My Activity …

25. Mai 2017

My Activity …

Big Brother …

Im Jahr 2007 kam mit dem Apple Iphone das erste Smartphone auf den Markt. Heute gibt es Smartphones in einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt.

Smartphone & Co ist Heute für viele nicht mehr wegzudenken.
Das gilt auch für mich. Schon längst ist das mobile Telefon nicht mehr nur ein Telefon:

  • ich erhalte Emails,
  • nutze es als Navigationssystem,
  • habe verschiedene Messenger installiert, damit ich mich mit Freunden unterhalten kann,
  • nutze selbstverständlich das mobile Internet,
  • schaue Videos,
  • höre Musik,
  • per Appshops tätige ich Einkäufe und
  • vieles mehr.

Es ist nicht zu leugnen: Die Services und Dienste, die genutzt werden können, sind super praktisch.

Aber …

Ist Ihnen das auch schon passiert: Sie stehen vor einer Bäckerei und Ihr Smartphone erhält eine Push-Nachricht „Bäckereiname, Adresse …“? Unheimlich oder nicht?
Ihr Smartphone weiß also genau, wo Sie gerade sind. Nein, das ist nicht Ihr Smartphone. Bei mir ist es Android, welche diese Daten zur Verfügung stellt. Aber Daten werden nicht nur zur Verfügung gestellt, sie werden auch gesammelt.

MyActivity …   „Bitte aktivieren Sie die Standorterkennung“

Die Standorterkennung mit dem Smartphone macht alles möglich. Und: unter https://myactivity.google.com/… kann man die Aktivitätenverfolgung von Google wunderbar einsehen.

Gerade Heute wollte ich mal wieder wissen, was über Android so alles an google weitergegeben wird. Gut, ich hab´s ja schon mal gesehen und ich weiß es eigentlich auch. Aber ich war wieder sehr verblüfft. Die Aktivitätenliste kann sogar feststellen, bei welchen Privatpersonen ich war. Dass ich Gestern in einem Autohaus war und Google das erkennt, ist nicht verwunderlich. Aber als mir google den Namen der Privatperson mitgeteilt hat, bei der ich Gestern auch war, fand ich das schon erschreckend.

Auf der einen Seite kann ich unter https://myactivity.google.com/… meine Aktivitäten sehr gut verfolgen. Ich sehe, was ich wann und wo gemacht habe, für den Fall, dass ich mal vergessen sollte, wann ich wo war.
Google erkennt ob ich laufe, jogge, Fahrrad fahre, mit dem Zug fahre, Auto fahre …

Man stelle sich vor: wenn ich online ein Bahnticket kaufe, erhalte ich am Tag der Reise eine Pushmeldung von GOOGLE (nicht von der Bahn), mit den Reisedaten, sozusagen als Erinnerung, dass ich die Reise nicht vergesse. Praktisch und unheimlich.

Ich bin hin- und hergerissen ob ich das toll finde oder ich lieber die Standorterkennung und alles andere abstelle. Eigentlich wird der Schutz der persönlichen Daten auf´s Gröbste verletzt. Und ich lasse das zu.
Dann denke ich mir wieder, so lange ich zumindest Einsicht habe, in die gespeicherten Daten, ist das für mich ok.
Doch wer sagt mir, dass das alle Daten sind? Na ja. Mehr Daten gibt es eigentlich nicht, sage ich mir dann wieder.

Überlegung hin, Überlegung her. Ich für mich habe beschlossen, mir das noch eine Weile ansehen zu wollen. Außerdem möchte ich auf das Smartphone als „All in One-Super-Nutzungsgerät“ nicht verzichten. Ich transportiere damit mein Bahnticket, kann die installierte Navigation an den Bordcomputer meines Autos anschließen, damit ich mich nicht verfahre (na ja, passiert gelegentlich doch), höre Musik damit, … Alles Dienste, auf die ich nicht verzichten möchte und die aber ihren Preis haben: Datentransparenz für Drittanbieter – der gläserne Kunde.

In meiner Diplomarbeit, welche ich im Jahr 1990 geschrieben habe, hatte ich mich mit dem Thema Information im Marketingprozess beschäftigt. Damals war es gerade für den Handel noch ein traumhafter Zustand, individuelle Kundeninformationen zu erhalten. Die damaligen Scannerkassen galten als erster Schritt auf dem Traumweg zum „Gläsernen Kunden“.
Heute, 27 Jahre später, behaupte ich, dass es den „Gläsernen Kunden“ tatsächlich gibt.

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